Schneezauber

Eine ganze Woche Ski-Urlaub – welch ein Luxus. Mein letzter Urlaub im Schnee liegt schon sieben oder acht Jahre zurück, und ich war mir im Vorfeld gar nicht sicher, ob ich noch auf den Brettern stehen kann.

Das Skigebiet Montafon ist bei Hallern sehr beliebt, weil es schnell und gut zu erreichen ist. Schon vor 25 Jahren habe ich in Gaschurn mit Freunden Wochenenden im Schnee verbracht – ich denke gern daran zurück. Diesmal ist der Ort Schruns das Ziel. Nach nur 3 Stunden und 9 Minuten Fahrzeit ist das Ziel erreicht. Das oberhalb des Orts gelegene Chalet Christl bietet nicht nur einen wunderbaren Blick über Schruns, sondern auch vier sehr komfortable und sehr gut ausgestattete Ferienwohnungen. Eine davon ist unsere.

Bei unserer Ankunft steht ein riesiger Schwarm Krähen über dem Tal. „Dann gibt es Schnee“, sagt die Vermieterin und schenkt uns großzügig aus einer nicht etikettierten Flasche Schnaps ein. „Zitronen-Birne“, sagt sie mit Kennerblick, während sich eine brennende Spur ihren Weg in meinen Magen bahnt.

Den Anreisetag nutzen wir für einen Großeinkauf im örtlichen Supermarkt mit dem netten Namen Sutterlütti. Als erstes decken wir uns mit einem zwölf Monate gereiften Bergkäse ein. Was für ein Geschmackserlebnis! Auch hier ist  – wie in unserer Dorfkäserei Geifertshofen – das Label „Heumilchkäse“ ein Zeichen für Qualität.

Die Krähen hatten übrigens recht: Den ganzen Abend, die ganze Nacht gibt es dichtes Schneetreiben. Die Schneepflüge sind die ganze Nacht unterwegs, um der Schneemassen Herr zu werden.

Am nächsten Morgen machen wir uns zu Fuß den steilen Weg hinunter ins Dorf. Dreimal zieht es mir die Füße weg, als ich unter dem dicken Neuschnee auf vereisten Untergrund gerate. Mit der Gondel geht es hinauf zur Bergstation, wo wir unsere Skiausrüstung und ein Ski-Depot (ein beheiztes Spindfach für  Skier und Skischuhe) reserviert haben. Jetzt könnte es eigentlich losgehen, doch draußen herrscht ein Schneesturm, der einem  eisig ins Gesicht fegt und die Sicht nimmt. Wir versuchen es, doch man sieht teilweise keine zehn Meter weit.

Das ist zu gefährlich, gerade für mich, die dieses Skigebiet nicht kennt und sich – sobald ich den Anschluss an die Gruppe verliere – hoffnungslos verfahren würde. Gegen Mittag deponieren wir die Skier in den Schränken und machen uns auf den Heimweg.

Am Montag erwartet uns ein strahlender Sonnentag mit azurblauem Himmel und wunderbarem Schnee. Er entschädigt uns für das gestrige Sauwetter. Wir fahren Ski, biss wir nicht mehr können und die Oberschenkelmuskulatur jault. Bei solchen Bedingungen macht es so richtig Spaß.

Dienstag und Mittwoch ist das Wetter nicht ganz so gut. Mittwoch morgen beschließen wir daher, die Skier gegen Schlitten zu tauschen und heizen mit vier Leuten auf drei Schlitten einen ca. 5 km langen Ziehweg hinunter. Das geht nicht ohne gelegentliche Havarien ab – und großem Gelächter.

Der Donnerstag ist wieder ein Traumtag mit Sonne satt und herrlichen Pisten. Wir sind schon um zehn Uhr auf den Brettern und fahren – abgesehen von 30 min. Mittagspause – bis 15 Uhr. Danach sind wir schon recht erschöpft, beschließen aber wegen des wunderbaren Wetters, zu Fuß von der Bergstation zur Mittelstation zu gehen. Das ist der 5 km lange Schlittenweg von gestern. Nachdem uns die Gondel nach Schrunz heruntergebracht hat, machen wir ein paar Besorgungen im Dorf, ehe wir uns dann brotfertig zu unserem Quartier hochschleppen. Eine Dusche und eine Stunde in der Infrarotkabine heben wieder die Lebensgeister. Ich muss sagen: Die Infrarotkabine ist ein echter Pluspunkt im Chalet Christl. Die Tiefenwärme entspannt die beanspruchten Muskeln und tut gerade dem Rücken gut. Und der Blick vom Balkon ist zu jeder Tages- und Nachtzeit ein Erlebnis.

Auch am Freitag erwartet uns wieder wunderbares Wetter und beste Schneebedingungen. Wir genießen unseren letzten Skitag und fahren nochmal all unsere Lieblingspisten herunter. Abends geben wir unsere Skier wieder ab und räumen unseren Depotschrank. Nach einem letzten Aufenthalt in der Wärmekabine gibt es deftige Kässpätzle – lecker.

An unserem Abfahrtag ist das Wetter wieder umgeschlagen. Es schneit, was die tiefhängenden Wolken hergeben. Wir sind früh aufgestanden und haben unsere Sachen gepackt, schon um 8 Uhr sind wir abfahrbereit. Vorsichtig fahren wir die Anhöhe herunter, die wir all die Tage nach dem Skifahren so müde heraufgelaufen sind. Letzte Einkäufe, Tanken, dann machen wir uns auf den Heimweg. Ein wunderbarer, entspannender Winterurlaub liegt hinter uns – eine Woche mit drei Sonnentagen, viel Schnee, einer wunderbaren Landschaft und netten Menschen.


 

 

 

 

 

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