Refugees welcome – handeln statt lamentieren!

Die Situation der syrischen Flüchtlinge, die Bilder von zerstörten Häusern und Städten, Terror gegen die Bevölkerung, Menschen auf der Flucht, überfüllte Seelenverkäufer, angeschwemmte Ertrunkene, Menschenmassen zusammengepfercht vor Grenzen, zu Fuß auf ungarischen Autobahnen, pöbelnde Glatzen vor Flüchtlingsheimen, aber auch die Welle der Hilfsbereitschaft und Menschen, die zupacken – das alles beschäftigt mich in diesen Tagen sehr stark. Dieses Thema polarisiert auch die sozialen Medien mehr als jedes andere Thema, das ich je erlebt habe. Ich merke selbst, dass es auch mich packt. Ich stöbere in Kommentaren und bin oft schockiert von der Dummheit und Dumpfheit mancher Mitbürger. Auch meine Toleranz mit anders Denkenden wird kleiner: Ein Facebook-„Freund“ enttarnte sich als Pegida-Anhänger, ein anderer teilte Sprüche mit schwarz-braunem Gedankengut – beide flogen aus meiner Timeline.

Klar muss die Politik sich dieser Probleme dringend annehmen. Aber auch die Menschen vor Ort sind gefragt. Wenn jeder nur einen kleinen Beitrag leistet, dann kann sich viel bewegen. Auch ich versuche – im Rahmen meiner Möglichkeiten – ein bisschen dazu beizutragen, damit Flüchtlinge hier ein menschenwürdiges Leben führen können. Seit nunmehr einem Jahr sammele ich im Kollegenkreis der Bausparkasse Schwäbisch Hall Sachspenden, die ich an den Freundeskreis Asyl im Kirchenbezirk Gaildorf weiterleite. Dessen Mitglieder betreuen das Flüchtlingsheim in Ottendorf. Für die Menschen dort haben meine Kollegen Kleidung gespendet, Bettwäsche, Vorhänge, Kickschuhe, Schulranzen und Spielzeug, Staubsauger und sogar eine Nähmaschine. Für eine Roma-Familie in Hirschfelden konnten wir ein Kinderbett samt Matratze und Bettwäsche organisieren. Mit meinen elektronischen Suchanzeigen im Intranet meines Arbeitgebers erreiche ich rund 3.000 Kollegen und kann gezielt nach Sachspenden suchen, die der Freundeskreis Asyl für die Flüchtlinge besonders dringend benötigt. Jedes Mal war ich überwältigt von der Bereitschaft der Schwäbisch Hall-Mitarbeiter, zu geben, zu helfen, zu spenden. Gelebte Solidarität – auch das, gerade das ist für mich Heimat. Danke!

Die letzte Sammlung: Ranzen für Schulanfänger

Die letzte Sammlung: Ranzen für Schulanfänger

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