Imperiales Wien

Vom Glanz der k. und k.-Monarchie ist noch viel zu erahnen, wenn man Wien durchstreift. Ein verlängertes Wochenende führt mich in Österreichs Hauptstadt – natürlich zu wenig Zeit, um eine Stadt richtig zu erkunden und auch mit Muße Museen zu durchstöbern oder Ausgefallenes zu entdecken. Aber die zwei prall gefüllten Tage sind doch lang genug, um ein kleinen Eindruck zu bekommen.

Ein bisschen erschwerend sind die klimatischen Umstände: 36 Grad sind am Strand oder am Pool wunderbar auszuhalten. Um weite Strecken auf Asphalt zu laufen, während die heiße Luft wie eine Glocke über den Straßen liegt und kaum ein erfrischender Lufthauch zu spüren ist, sind diese Temperaturen eher hinderlich. Egal: Es gilt Wien kennen zu lernen.

Unser Quartier bietet dafür eine sehr gute und zentral gelegene Ausgangsbasis: Uns erwartet eine Zwei-Zimmer-Wohnung, nett und wohnlich möbliert und mit allem ausgestattet, was der Wien-Tourist so braucht. Sie liegt in der Rembrandtstraße, nur einen Katzensprung entfernt von der U-Bahn-Station Rossauer Lände am Nebenarm der Donau. Hier finden wir am Ankunftsabend auch gleich ein abwechslungsreiches Angebot an Gastronomie aus aller Herren Länder – genannt Summer Stage. Die richtige Umgebung, um sich von der anstrengenden Autofahrt zu erholen und noch ein Absacker-Bier zu trinken.

Am nächsten Tag bummeln wir Richtung Innenstadt. Von weitem halten wir die imposanten, nachts beleuchteten Zwillingstürme der Votivkirche für den Stephansdom, merken aber recht schnell, dass wir damit falsch liegen. Die fast mediterran wirkende Kathedrale bietet trotzdem einige hübsche Fotomotive:

Unser Spaziergang führt uns weiter zum Rathausplatz. Ein Großteil der imposanten Fassade wird durch eine gigantische Leinwand verdeckt. Hier findet zurzeit ein Filmfestival statt. Das macht uns neugierig: Abends wollen wir wiederkommen. Wir bummeln am Burgtheater vorbei und durch den Burggarten, eine grüne Oase inmitten der Stadt. Verschwenderisch blühen die Rosen und sprudeln die Springbrunnen.

Mittags sind wir dann am Stephansdom – ein Gotteshaus mit beeindruckenden Dimensionen

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In der Nähe des Stephansdom machen wir Rast in einem Straßencafé und ruhen uns ein bisschen von dem anstrengenden und heißen Fußmarsch aus. Hier gibt es ein wunderbare, unterirdische Bedürfnisanstalt in original Jugendstil mit blitzenden Messinghähnen und Holzbrillen. Außerdem finden wir hier eine Trinkwasser-Zapfsäule: ein echtes Labsal im föhnheißen Wien.

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Nach einem kleinen Einkaufsbummel (schließlich brauche ich ein paar Mitbringsel für die Familie) beschließen wir, den Nachmittag mit einer Donau-Fahrt zu verbringen. Unsere Hoffnung auf Abkühlung erfüllt sich allerdings nicht. An Deck knallt die Sonne, und überdies nervt eine Rotte aufgetakelter Touristinnen, die mit ihren albernen Selfie-Sticks herumfuchteln. Und anders als erwartet, ist von den Sehenswürdigkeiten Wiens von der Donau aus kaum etwas auszumachen. Das ist etwas enttäuschend.

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Mit der U-Bahn geht es dann zurück ins Quartier. Eine kühle Dusche, After-Sun-Creme und etwas Beine-hochlegen bringt dann wieder soviel Energie zurück, dass wir uns abends dann nochmal aufmachen zum Filmfestival am Rathausplatz. Dort ist die Hölle los in dieser lauen Sommernacht. Wir schwelgen in den Leckereien, die an den vielen Ständen angeboten werden und haben einen sehr netten Abend zur Musik von Bob Marley.

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Tag Zwei beginnen wir mit dem Hundertwasserhaus mit seiner unverwechselbaren Fassade.

 

Kurze Zeit später sind wir wieder am Stephansdom, wo die Fiaker in der Hitze ihre Droschkenpferde duschen.

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Von dort aus schlendern wir durch das mittelalterliche Wien mit seinen schmaleren, verwinkelten Gässchen. Hier finden wir auch das Mozarthaus, wo der Komponist „Die Hochzeit des Figaro“ schrieb.

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Die Synagoge ist ein unscheinbarer Bau, anders als die Synagogen in Prag mit ihrem orientalischen Stil. Aus den geöffneten Fenstern hören wir die Juden beten – es ist Sabat – und vor der Tür wachen Polizeiautos. Trauriger Alltag mitten in Europa.

Die Mittagszeit führt uns zum Naschmarkt, ein Fest für Augen und Nasen. Kleine Läden und Marktständereihen sich mit ihren liebevoll arrangierten Auslagen aneinander. Dazwischen kleine Restaurants und Imbissstände aus aller Herren Länder. Wir entscheiden uns für Thailändisches Essen – sehr lecker!

 

Nachmittags wandern wir weiter und passieren unter anderem die Spanische Hofreitschule. Die hätte ich gerne auch von innen angeschaut – aber leider ist Sommerpause.

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Wenn man schon in Wien ist, darf ein Wiener Schnitzel nicht fehlen. Appetitlich, sehr dünn, in fluffiger Pannade  und goldgelb gebacken wird es uns abends serviert. IMG_5669

Danach steht ein Ausflug in den Prater auf dem Programm. Der Prater ist ein Vergnügungs-Rummelplatz mit ganz langer Tradition. Natürlich müssen wir mit dem 120 Jahre alten Riesenrad fahren und das nächtliche Wien aus einer Höhe von 67 Metern bewundern.

Am nächsten Morgen verabschieden wir uns schon wieder von Wien. Ein spannendes und ereignisreiches Wochenende mit vielen Eindrücken liegt hinter uns. Wien wird wohl nicht zu meinen Lieblingsstädten gehören – aber es hat Spaß gemacht, sich einen ersten Eindruck von dieser prächtigen Stadt an der Donau zu verschaffen.

Und jetzt noch ein paar nette Fundsachen aus Wien:

 

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