Alma Mater Aquis Grana

Von 1983 bis 1989 studierte ich in Aachen – eine schöne Zeit mit viel freier Zeit und wenig Verantwortung. Aachen war eine wunderbare Stadt zum Wohnen und Studieren – ich lebte direkt im Zentrum wie in einem größeren Dorf, nur ein paar Minuten Fußweg dauerte es zu den Vorlesungssälen der RWTH Aachen. Um mal wieder die Stätten meiner Sturm- und Drangzeit zu besuchen und meiner Tochter zu zeigen, haben wir beschlossen, auf dem Weg nach Amsterdam eine Übernachtungsstation einzulegen und einen nostalgischen Spaziergang durch Aachen einzulegen.

Wir haben uns im Hotel Aquis Grana am Büchel eingemietet, sehr zentral zwischen Rathaus und Dom gelegen, Parkhaus ist in unmittelbarer Nähe. Nachdem wir dort unser kleines Übernachtungsgepäck deponiert haben, schlendern wir über den Aachener Markt und begrüßen Rathaus und Karlsbrunnen. Von dort lassen wir uns zum Dom treiben, wo ich meiner Tochter die Sage vom Teufel erzähle. Wir fühlen den Teufelsfinger in der Domtür und bestaunen den Wolf mit dem Loch in der Brust. Im Dom lassen wir das Oktogon und das gotische Langschiff auf uns wirken.

Später setzen wir unseren Spaziergang vom Marktplatz aus weiter fort Richtung Ponttor. In der Pontstraße 1-3 – direkt hinter dem mittelalterlichen Haus Löwenstein – habe ich von 1984 bis 1989 gewohnt. Meine Wohnung hatte eine Ausdehnung von 17 Quadratmetern inklusive Flur und Bad. Die Pontstraße hat sich in den letzten Jahren zur Party-Meile entwickelt, eine  Kneipe reiht sich an die andere. Mittendrin: das Café Kittel, in dem ich 1983 mit meiner Freundin Iris die Pausen zwischen den Vorlesungen verbrachte. Vom mittelalterlichen Ponttor wenden wir uns nach links und erreichen das Audimax, wo wir im Grundstudium viele Vorlesungen hatten. Es ist unglaublich: Nichts, aber auch garnichts hat sich dort verändert. Das Audimax verströmt immer noch den Charme der 50er Jahre – es riecht sogar noch genauso wie vor 30 Jahren. Durch das Areal der RWTH geht es zurück, und ich zeige meiner Tochter das Hauptgebäude, wo ich damals als studentische Hilfskraft in der Pressestelle der Hochschule gearbeitet habe und das damalige Fachschaftsgebäude, in dessen 6. Stock ich immer mit zitternden Knien lief, um dort die ausgehängten Prüfungsergebnisse einzusehen. Über die Kockerellstraße geht es dann wieder zum Marktplatz zurück und in unser Hotelzimmer. Ein schöner Tag bei angenehmem Wetter. Schön, Dich wieder zu sehen, Du schönes altes Aachen.

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