Mein Jahr 2014

Der Jahreswechsel ist immer Zeit, eine Bilanz zu ziehen und sich zu fragen: „Was war? Was kommt?  Was bleibt?“

Blick vom Dachfenster auf den Hohenloher Himmel

Blick vom Dachfenster auf den Hohenloher Himmel

 

Natürlich schmökert man dann gern auch noch einmal die alten Blogbeiträge durch, die aber nur ein paar kleine Ausschnitte des Jahres wiedergeben. Ich gehe noch ein paar Monate weiter zurück und erinnere mich, wieviel Kraft mich das Jahr 2013 gekostet hat, und ich weiß noch, dass ich mir zum Jahreswechsel 2013/2014 nur eines gewünscht habe: Dass 2014 ein glücklicheres  Jahr werden möge als 2013. Und das wurde es auf alle Fälle.

Familie – Meine Tochter ist vor einigen Tagen 16 Jahre alt geworden. Pubertät ist eine harte Zeit. Den Stimmungsschwankungen zwischen „Himmelhoch jauchzend“ und „zu Tode betrübt“ sind die Pubertanden oftmals hilflos ausgesetzt. Im letzten Winter ging es ihr nicht immer gut, sie war deprimiert und die Schulleistungen ließen zu wünschen übrig. Zu Glück konnte sie sich aus diesem Teufelskreis befreien. Sie hat dann im Frühling nochmal Gas gegeben und die Klasse 10 dann im Sommer einigermaßen ordentlich abgeschlossen. Mit ein bisschen Nervosität ging es dann in die Oberstufe. Die Kursstufe stellt die Schüler natürlich noch einmal vor ganz neue Herausforderungen: Sie müssen nun noch selbstständiger und eigenverantwortlicher lernen. Ich freue mich, dass meine Tochter das Abitur als Ziel ins Visier genommen hat und bereits über die Zeit danach nachdenkt. Auch war ich froh, dass sie ihren Gesangsunterricht trotz knapper Zeit beibehalten hat. Sie hat in diesem Jahr im Gospelchor erstmals Soloparts übernommen und wurde in der Vorweihnachtszeit auch als Verstärkung für den Schulchor „Praticanti“ eingesetzt. Sie hat einen großen Freundeskreis, den sie mit Hilfe der sozialen Medien eifrig pflegt (nicht immer zu meiner reinen Freude). Sie trifft sich auch recht häufig mit Freunden, zum Bummeln in der Stadt, zum Kino.

Mein Vater ist dieses Jahr 75 Jahre alt geworden. Er hat sich in Michelbach gut eingelebt und fühlt sich in seiner Wohnung wohl. Auch hat er sich dieses Jahr ein neues Auto, einen schicken Citroen Berlingo gekauft. Er führt ein relativ zurückgezogenes Leben, freut sich aber, wenn ich ihn jeden Tag besuche. Er kocht an den Wochenenden für meine Tochter und mich und unterstützt uns, wo er kann. Zum Beispiel, in dem er meine Tochter von A nach B fährt. Er hat Spaß am lebendigen Gemeindeleben der Kirchengemeinde in Michelbach und geht regelmäßig zum Gottesdienst. Auch genießt er es, mit mir zusammen Theater oder Konzerte zu besuchen. Im Frühling besuchte ich mit ihm nochmal die alte Heimat. Eins unserer gemeinsamen Highlights war im Sommer der Besuch der Bregenzer Festspiele, wo wir die Zauberflöte anschauten.

Mein Vetter – der einzige, mit dem ich regelmäßig Kontakt habe – feierte ebenfalls seinen 50. Geburtstag und ging wenig später für die Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ als Mental Health-Experte auf einen Anti-Ebola-Einsatz nach Liberia. Ich bewundere ihn zutiefst dafür. Er bloggt auch, was er erlebt hat, kann man hier nachlesen.

Beruf – Meine Arbeit als Redakteurin einer Mitarbeiterzeitung macht mir immer noch große Freude. Es ist eine Arbeit, in der es immer neue Menschen und Themen zu entdecken gibt. Routine und Langeweile gibt es nicht. Aber natürlich verändern sich im Laufe der Zeit die Rahmenbedingungen für die Arbeit. Diese Rahmenbedingungen sind im Moment nicht immer einfach. Zum Glück habe ich sehr nette Kollegen, die auch meine Freunde sind. Zusammen bilden wir ein gutes Arbeitsteam, das schnell und flexibel Lösungen für die vertracktesten  Situationen findet. Ich bin dankbar, Teil einer so  kreativen und kollegialen Mannschaft zu sein.

Haus – Nach der großen Renovierungsaktion 2013, als die oberen Räume Eichenparkett bekamen und neu gestrichen wurden, habe ich 2014 weitergemacht:  Diesmal wurden Treppenhaus und Wohnzimmer gestrichen. Mein Vater hat mir im Wohnzimmer neue Vorhänge spendiert.

Ehrenamt – Im Oktober 2013 wurde ich in den Kirchengemeinderat von Michelbach gewählt. Im Januar war die erste konstituierende Sitzung, viele sind seither gefolgt. Das wichtigste Projekt der nächsten Zeit wird der Umbau des Evangelischen Kindergartens sein. Im Jahr 2014 war ich wieder Redakteur und Gestalter von zwei Gemeindebriefen – Nummer 11 und Nummer 12. Auch hier gibt es ein sehr gut funktionierendes Redaktionsteam, mit dem die  Zusammenarbeit richtig Spaß macht. Ach ja, seit einigen Wochen bin ich auch im Gospelchor Vorstandsmitglied. Wir sind ein vierköpfiges Gremium, das nun Auftritte plant und vorbereitet, die Chormitglieder informiert und die verschiedensten Aufgaben rund um die Chor-Organisation übernimmt. Hier lässt sich die Zusammenarbeit im Team ebenfalls richtig gut an.

Musik – Ich singe mittlerweile seit 10 Jahren im Gospelchor, meine Tochter ist etwa seit sieben Jahren dabei. Im vergangenen Winter wagte ich zum ersten Mal, ein Solo-Duett zu singen. Seither hatten wir zwei schöne Konzerte in Gaildorf und im Westheimer Schützenhaus sowie einige Auftritte in der Kirche, bei denen ich teilweise Solo-Parts  übernahm. Besonders freut es mich, dass auch meine Tochter dieses Jahr erstmals mit mir im Duett sang. Ich denke, sie hat da wirklich Potenzial (meines ist begrenzt, das sehe ich ganz realistisch). Auch sprang ich dieses Jahr wieder bei einem Auftritt vertretungsweise für unsere Dirigentin ein. Das ist jedes Mal entsetzlich aufregend und zugleich ein unheimlich tolles Erlebnis. Ich bin dankbar für das Vertrauen, das unsere Dirigentin in mich hat, wenn sie  „ihren Chor“  in meine Hände gibt, und auch dankbar für die Unterstützung der Sänger und Musiker. Jeder ist dann konzentriert bis in die Haarspitzen, damit ich nicht patze. Um mal über den Gospeltellerrand herauszuschauen, machte ich als Sänger eines Projektchores mit beim Gospel-Musical Amazing Grace. Ein fantastisches Erlebnis!

Seit einigen Jahren spiele ich die Tenorflöte im Michelbacher Flötenkreis. Ich muss ja ehrlich zugeben: Ich bin da nicht der Crack. Aber auch hier macht mir das gemeinsame Musizieren in der Gemeinschaft Spaß. Ich mag besonders die Renaissance- und Barockstücke und diesen schönen runden Ensemble-Klang. Wenn ich richtig viel Geld zu viel hätte, würde ich mir einen Großbass leisten.  Hin und wieder hatte ich mal Gelegenheit, ein Leihgerät zu spielen. Das ist ein tolles Teil.

Ach ja, und da ist dann auch noch die Band DECAY, die ich als treuer Fan begleite. Ich gehe oft zu den Proben und bewundere die Virtuosität der Musiker. Dieses Jahr widerfuhr mir die Ehre, Songpate für eines ihrer Lieder zu werden. Es ist „Human Touch“ von Bruce Springsteen, von DECAY nicht gecovert, sondern neu interpretiert. Hörenswert!

Reisen – Dieses Jahr besuchten meine Tochter und ich Ende Mai für ein verlängertes Wochenende  Berlin. Wir feierten dort den 50. Geburtstag meines Vetters. Meine Tochter verliebte sich spontan in die Stadt. Sicher sind wir dort nicht zum letzten Mal gewesen. Die Pfingstferien verbrachten wir in Prag und Paris, zwei sehr unterschiedliche Städte, beide mit eigenem Reiz.

Freunde – Mein Freundeskreis ist eine sehr wichtige Komponente in meinem Leben. Hier war in diesem Jahr viel Bewegung, Freude und Trauer lagen eng beieinander.Vier Freunde verloren ihre Väter, zwei Freunde durchlebten Trennungen, eine Freundin wurde glückliche Großmutter und Schwiegermutter. Kinder verließen das Elternhaus und wurden selbstständig. Ein Freund ist dabei, sein Leben komplett umzukrempeln. Per Xing nahm ein Jugendfreund Kontakt mit mir auf, und wir schafften sogar, uns persönlich zu treffen. Besonders groß war meine Freude, als sich kurz vor meinem Geburtstag nach fast zehn Jahren Funkstille eine Freundin meldete, die mir sehr lange sehr nahe gestanden hat. Sie hatte eine Krise überstanden und wollte den Faden wieder aufnehmen. Ich drücke ihr ganz fest die Daumen. Meine Freunde bereichern mein Leben kolossal, und ich bin jedem Einzelnen von ihnen zutiefst dankbar für die Wertschätzung, die ich spüre, und für die schönen Erlebnisse, die wir gemeinsam haben, und die guten Gespräche, die wir führen.

Ich wünsche Euch allen ein glückliches, gesegnetes, erfolgreiches, gesundes Jahr 2015.

 

 

 

 

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