Seelenbaumeln

Ein Tag Auszeit, sich selbst verwöhnen, die Seele baumeln lassen, den Körper entspannen… eine schöne Vorstellung. Meine Freundin R.  hat mir das ermöglicht. Sie schenkte mir ein Daily Spa im neuen Mawell Resort Langenburg.  Von Schwäbisch Hall fährt man 25 Kilometer über idyllische, kurvenreiche Sträßchen, die sich zum Schluss eine Anhöhe hochschlängeln. Imposant thront ganz oben das Langenburger Schloss. Mit dem Mawell Resort hat Langenburg ein zweites, weithin sichtbares Wahrzeichen bekommen: Ein verglaster Turm – nachts futuristisch beleuchtet – reckt sich aus der Waldlandschaft und ermöglicht einen  weiten Blick übers Jagsttal und das Hohenloher Land.

Die Anlage selbst fügt sich sehr gelungen in die Umgebung ein und ist terrassenartig in den Felsen gehauen. Vom großzügig angelegten Parkplatz kommend passiert man ein geschmackvoll gestaltetes, aber menschenleeres Portal. Ein sehr langer Tunnel bringt den Besucher schließlich zur Rezeption des Wellness-Bereichs. Eine freundliche Dame nahm uns dort in Empfang und händigte uns unsere Spindschlüssel aus. Der Dusch- und Umkleidebereich ist geschmackvoll, aber sehr klein. Meiner Meinung nach ist er deutlich unterdimensioniert. Daher gibt es im Vorraum nochmal provisorische Metallspinde. Die drei Duschen und die dazugehörigen Ablageflächen sind zu Stoßzeiten nicht ausreichend. Ein Umbau ist jedoch geplant.

Zunächst waren wir dort aber allein und konnten uns auf unseren Wellnesstag vorbereiten. Nach einer kurzen Dusche schlüpften wir in unsere Bademäntel und Flipflops und suchten uns dann ein gemütliches Plätzchen. Hinter der Wellness-Rezeption schließt sich ein großer Aufenthaltsbereich an, wo man die unterschiedlichsten Liegen, Betten, Ruheinseln findet und je nach Geschmack und Begleitung auswählen kann. An einem kleinen Buffet kann man sich kostenlos mit kaltem und heißem Wasser, Tee und Obst versorgen.  Ein modernes Interieur in beige und braun mit viel Glas sorgt für ein gemütliches und geschmackvolles Ambiente. Glasfronten lassen viel Licht herein, und an schönen Tagen (wir hatten einen solchen erwischt) kann man auch die Außenbereiche  nutzen, wo ebenfalls Loungemöbel und Liegen zum Verweilen einladen. Es gibt drei Pools mit einer Temperatur zwischen 30 und 32 Grad sowie drei Saunas mit unterschiedlichem Ambiente, deren Temperaturen sich zwischen 75 und 90 Grad bewegen. Mit gefiel die Baumsauna sehr gut, weil sie vom Platzangebot am großzügigsten geschnitten ist. Den Namen hat sie zweifelsohne von den Naturbaumstämmen und den durch die Deckenkonstruktion angedeuteten Baumkronen. Sie ist mit 75 Grad die kühlste Sauna.

Eine mit massivem Naturstein wie eine Höhle geformte Grottenkonstruktion bildet wohl den Höhepunkt des Wellnessbereichs. Hier laden ein in wechselnden Farben beleuchteter Salzpool und  eine mit Himalaya-Salz gefüllte Seitenhöhle zum Verweilen ein. Man findet dort auch einen Eisbrunnen, und die Duschen sind direkt aus dem Fels geschlagen. Die Beleuchtung ist gedimmt und zahllose Teelichter verbreiten ein geheimnisvolles Ambiente.

Die zweite Sauna und den zweiten Pool findet man im Außenbereich: die in einer Blockhütte untergebrachte zünftige Jägersauna mit 90 Grad Hitze und den Waldpool – ein Infinity Pool, der mit den Bäumen zu verschmelzen scheint. Hier muss man Badesachen tragen, denn der Waldpool ist vom Restaurant und den Hotelzimmern aus einsehbar.

Die dritte Sauna und der dritte Pool befinden sich in wirklich spektakulärer Lage oben auf dem Turm. Die gläsernen Wände ermöglichen einen  atemberaubenden Ausblick über ganz Hohenlohe. Ein Fahrstuhl bringt einen hinauf – die letzten Meter nach oben geht es per Treppe. Hier ist man Sonne und Regen, Wind und Wetter ausgesetzt und fühlt sich regelrecht der Welt entrückt.

Zwischen 14 und 16 Uhr wird im Restaurant unten und sonntags oben im Turmrestaurant ein leichter Mittag-Snack serviert. Er bestand bei uns aus einem Salatbuffet, einer Gulasch-Suppe und Pellkartoffeln mit einem Hüttenkäsedipp und zum Nachtisch Ofenschlupfer mit Vanillesoße.

Das Mawell-Resort baut zur Zeit sein Programm an Zusatz-Serviceleistungen aus. Man kann im Moment 15 verschiedene Arten von Massagen und Anwendungen von Fußreflexmassage bis Schokoladenpackung zubuchen (mindestens 24 Stunden vorher) . Leider gibt es noch keine kosmetischen Zusatzleistungen, diese sollen perspektivisch auch kommen. Wir probierten eine Garshan-Behandlung und wurden 30 Minuten mit rauhen Handschuhen abgeschrubbelt, bis unsere Haut säuglingsgleich glatt war. Herrlich.

Ich muss sagen, dass der Tag im Daily Spa regelrecht vorbeiflog. Wir aßen danach noch im Restaurant eine leichte, schmackhafte Abendmahlzeit (leichte saisonale Küche mit Spargel und Bärlauch) und machten uns dann wieder auf den Heimweg. Selten habe ich danach so gut geschlafen wie in dieser Nacht. Ich fühlte mich wie ein sauberer, glücklicher, warmer, satter Pudding. Und ich bin sicher, hier bin ich nicht zum letzten Mal gewesen.

 

Im Kurzüberblick:

+ gepflegtes, geschmackvolles Wohlfühlambiente

+ Snack, Tee, Wasser kostenlos

+ Massagen zubuchbar

– Dusch- und Umkleidebereich zu klein

– nicht komplett barrierefrei und behindertengerecht

– noch keine kosmetischen Behandlungen buchbar

 

Hier einige Fotoimpressionen von unserem Wellness-Tag:

 

 

 

Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Reisegeschichten

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s