Wunschnachbar V

Seit fast anderthalb Jahren bin ich sozusagen die Baubegleitung für die neue seniorengerechte Eigentumswohnung meines Vaters.  Weil ich ja in unmittelbarer Nachbarschaft wohne, war es mir möglich, in den letzten Wochen fast jeden Tag auf der Baustelle nach dem Rechten zu schauen. Es ist nun der letzte Monat der Bauphase angebrochen, der Möbelwagen ist bereits bestellt, und die Handwerker geben Gas. Bis jetzt gab es nur Positives zu vermelden: Der Fliesenleger machte einen sauberen Job, dann kamen die Maler, letzte Woche gestalteten die Landschaftsgärtner die Außenanlagen.

Der Garten wird angelegt

Diese Woche gab es allerdings zwei ärgerliche Rückschläge: Die Sanitärfirma teilte mir mit, dass der Lieferant Probleme mit der georderten Duschabtrennung  mache. Die Dusche sei nun ein Sondermaß und solle daher doppelt so teuer werden wie veranschlagt. Die Frau von der Sanitärfirma fand das selber unverschämt und hat mir dazu geraten, einen anderen Lieferanten zu beauftragen. Auf jeden Fall bedeutet das eine Verzögerung. Wahrscheinlich wird die Duschabtrennung nun erst nach dem Einzug meines Vaters geliefert werden können. Das ist ärgerlich – aber nicht so ätzend wie meine Enttäuschung über das Parkett.

Als wir das Parkett vor anderthalb Jahren bestellten (Eiche weiß geölt), zeigte uns der Bauträger ein Muster, das nun mit der tatsächlichen Wirklichkeit aber überhaupt nichts zu tun hat. Das Parkett ist nun in Wirklichkeit viel kleinteiliger, es ist überhaupt nicht weiß sondern braun, nur eben mit einer weißlichen Pampe behandelt. Diese weiße Pampe (für die wir einen Aufpreis von 6 Euro pro qm bezahlen mussten!) macht das Parkett stumpf und schmierig, und jeder Fußtritt ist darauf zu sehen. Setzen! Sechs!

Das Parkett - Eiche, weiß geölt

Jetzt kam aber der absolute Knaller. Als der Trocknungsprozess der Pampe vorbei war und ich wieder in die Wohnung durfte, stellte ich fest, dass das Parkett an drei Stellen riesige Beulen geschlagen hatte. Gestern habe ich den Parkettleger darauf aufmerksam gemacht – er war total ratlos. Das Holz muss aufgrund von zuviel Feuchtigkeit gequollen sein. Wo diese Feuchtigkeit herkommt, ist im Moment nicht ganz klar. Vor dem Verlegen ist der Feuchtegehalt im Estrich gemessen worden, er muss in Ordnung gewesen sein. Heute hat der Handwerker das Parkett an den beuligen Stellen wieder rausgerissen und an einer Stelle den Estrich aufgebohrt. Nun muss die Ursache für die Feuchtigkeit gefunden und abgestellt werden, bevor das Parkett an diesen Stellen wieder neu verlegt werden kann. So ein Mist. Weitere Verzögerungen drohen. Hätten wir lieber Fliesen genommen – aber hinterher ist man immer schlauer. Tja, wie heißt das in dem alten Spruch: Bauen lehrt Grauen. Ich hatte gehofft, den Endspurt ohne Pannen zu bewältigen. Aber es kommt vieles anders, als wir denken.

An drei Stellen musste das Parkett wieder rausgerissen werden

Was bisher geschah:

Kapitel 4, Kapitel 3, Kapitel 2, Kapitel 1

 

 

 

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