Mein wichtigster Ort der Welt

Beitrag für die Blogparade des Bausparfuchses 

Der wichtigste Ort der Welt ist für mich (zumindest im Augenblick) Michelbach an der Bilz. Es ist ein kleines Dorf nahe der Stadt Schwäbisch Hall. Die Bilz ist übrigens nicht – wie man meinen könnte – ein Fluss, nein, es ist der Haushügel von Michelbach, von dem man einen wunderbaren Blick auf das hübsche Dörfchen am Fuß der Limpurger Berge hat und weit ins Hohenloher Land schauen kann.

Aber von Anfang an: Geboren bin ich 400 Kilometer weiter nord-westlich – im Rheinland. Von Mentalität und Lebensart her fühle ich mich immer noch als Rheinländerin – lebenslustig, gesellig, kommunikativ. Vor 22 Jahren führte mich mein Lebensweg als junge Studienabsolventin auf der Suche nach einem interessanten Job nach Schwäbisch Hall. Die erste berufliche Station – sie sollte eigentlich nur eine kurze Episode in meinem Lebenslauf werden. Doch dann nahm das Schicksal seinen Lauf: Ein attraktiver Arbeitgeber, eine Liebe, ein Kind, ein Haus, ein Baum. So schlägt man eben Wurzeln.

Nun lebe ich also auf dem Land. In einer spießigen Doppelhaushälfte und mit einem kleinen Gärtchen, aus dem ich mit Akribie das Unkraut entferne. Oh, wenn mir das einer vor 22 Jahren geweissagt hätte! Aber ich habe die Freuden des Landlebens zu schätzen gelernt. Ich mag die Schreie des Käuzchens in der Nacht. Das Klopfen des Buntspechts und die Rufe des Kuckucks im Mai. Den Duft von Heu und Kuhmist. Ich mag die Leute, die hier noch „Grüß Gott“ sagen und meine ältere Hausnachbarin, die so herrlich unkompliziert ist. Ich bringe ihr die schweren Getränkekisten mit, sie füttert meine Katze, wenn ich unterwegs bin. Ich mag das laute Schlagen der Kirchenglocken jede Viertelstunde. Von meiner Terasse aus sehe ich direkt auf die Martinskirche. Ihr Turm ist ein bauhistorisches Kleinod mit mittelalterlichen Fresken – aber sie ist auch ein Ort lebendiger Gemeindearbeit. Von der Krabbelgruppe bis zum Seniorenkreis gibt es für Menschen allen Alters ein breitgefächertes Angebot und auch Möglichkeiten, sich selbst persönlich zu engagieren und eigene Fähigkeiten in den Dienst einer Gemeinschaft zu stellen. Dieses Gemeinschaftsverständnis und diesen Bürgersinn habe ich vorher noch nie so erlebt und halte das auch nicht für selbstverständlich. Und das ist einer der Gründe, warum ich Michelbach für einen wichtigen und wunderbaren Ort halte.

Regenbogen über Michelbach

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Eingeordnet unter Aus meiner Berufswelt, Blogparade, Mein Michelbach

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